Stiftung Warentest warnt vor Laseroperation in der Türkei: Zum Inhalt springen
07. Aug. 2006

Stiftung Warentest warnt vor Laseroperation in der Türkei

Shoppen, Stadtrundfahrt und Augenlaser (z.B. LASIK) bekommt man hierzulande über Zeitungen, Internet und Medizinreiseagenturen angeboten, Ziel ist meist die Türkei.

Ein deutscher Augenarzt wurde von Stiftung Warentest zur Überprüfung der Methoden nach Istambul geschickt. Sein Resümee: Die Zentren richteten die Untersuchungen vor allem danach aus, möglichst schnell an alle für die OP notwendigen Informationen zu kommen. Wichtige Teile der in Deutschland üblichen Untersuchungen fehlten. Eventuelle Risiken und Ausschlusskriterien wurden gar nicht ermittelt. Die Aufklärung über Risiken war völlig unzureichend.

Die türkischen Ärzte wiesen nie von selbst auf mögliche Nebenwirkungen hin, erst auf gezieltes Nachfragen gaben sie Auskunft, oder zeigten sich genervt von den Fragen.

Tatsächlich war auch die Kommunikation eher schwierig. Entgegen ihrer Werbeaussagen, sprachen Angestellte und Ärzte nur unzureichend Deutsch, sodass die Gespräche nur auf Englisch stattfinden konnten, wobei diese dann auch noch mit medizinischen Fachausdrücken gespickt waren. Somit war eine verständliche Aufklärung über die OP kaum zu erhalten.

Zu guter Letzt entfallen die üblichen regelmäßigen Nachuntersuchungen. Ein finanzieller Vorteil wird also eventuell mit höheren Risiken  erkauft.

Quelle: Stiftung Warentest (test 08/2006) – Link

Kommentar Augenlaserteam München:
Natürlich gibt es auch im Ausland gute Ärzte und natürlich gibt es viele zufriedene Heimkehrer. Wir als Laserzentrum sind – das liegt in der Natur der Sache – hauptsächlich mit denjenigen Patienten konfrontiert, die mit ihren Ergebnissen unglücklich sind, eine Nachbehandlung benötigen oder unseren Rat suchen. 

Die Hauptgründe sind: Die (wichtige!) Nachbetreuung findet kaum statt, die Erreichbarkeit nach der OP gestaltet sich schwierig (speziell, wenn Probleme auftauchen), aussagekräftige OP-Berichte fehlen, viele Standards, die für uns selbstverständlich sind, werden nicht eingehalten, "basics" sind nicht bekannt, weil die Aufklärung entweder gar nicht oder schnell oder unverständlich stattfand. Gern gesehen ist nur, wer sich rasch und problemlos durch die Prozedur "durchschieben" lässt. Unternehmerisch wahrscheinlich gar nicht anders machbar, bedeutet es aus unserer Sicht ein deutlich höheres Risiko für Patienten, die durchs Raster fallen.