Wie funktioniert das Sehen?

Lichtimpulse gelangen durch die transparente Hornhaut in unser Auge. Es flutet durch die Vorderkammer und trifft auf die Regenbogenhaut – auch Iris genannt.

In der Mitte der Iris befindet sich die Pupille, die zentrale Eintrittsöffnung für die hinteren Augenabschnitte. Durch ihre Muskulatur kann die Regenbogenhaut den Durchmesser der Pupille bis auf 1,5 mm verengen (Miosis) oder bis auf 8 mm erweitern (Mydriasis). Damit ist ein homogener Lichteinfall gewährleistet und die Netzhaut vor zu grellem Licht geschützt. Es gilt die Faustregel: Viel Licht – kleine Pupille, wenig Licht – große Pupille.

Um diese Aufgabe als Blende erfüllen zu können, muss die Regenbogenhaut genügend Pigmente enthalten. Diese Partikel befinden sich auf der Rückfläche der Iris. Ihnen verdanken wir auch unsere Augenfarbe.

Hinter der Pupille liegt die Linse. Je nach Muskelzug wird die Linse in ihrer Lage und Krümmung leicht verändert und damit auf Nah- oder Fernsicht eingestellt. Der Vorgang wird als Akkommodation bezeichnet. Beim Blick in die Ferne wird die Linse flach, beim Nahblick wird sie runder, die Breckkraft nimmt zu.

Das normalsichtige Auge

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Im Idealfall treffen sich die Lichtstrahlen in einem Punkt auf der Netzhaut und erzeugen ein scharfes Bild. Unsere menschlichen Linsen sind aber im seltensten Fall ideal, was in der Praxis bedeutet, dass Teile der einfallenden Lichtstrahlen "falsch" abgelenkt werden und damit zu Randunschärfen und schlechter Nachtsicht führen. Man bezeichnet dieses Phänomen als Aberration.

Nach dem 45. Lebensjahr kristallisiert die Linse allmählich aus. Sie wird härter und verliert an Elastizität, wodurch der Wechsel zwischen Fern- und Naheinstellung immer mühsamer wird: es kommt zur so genannten Alterssichtigkeit.

Die Netzhaut

Hinter der Linse liegt der Glaskörper. Er besteht aus gallertartigem, durchsichtigen Gewebe mit 99 % Wassergehalt. Er dient der Formerhaltung des Auges. Durch seine Elastizität fungiert er gleichzeitig als Puffer zwischen dem vorderen und hinteren Teil des Auges und gleicht plötzliche Stöße aus. Beim Sehvorgang trifft das Licht als Impuls auf die Netzhaut.

Auf kleinstem Raum drängen sich hier licht- und farbempfindliche Sinneszellen zusammen: ca. 6-7 Millionen Zäpfchen (Farbsehen, Scharfsehen) in der Netzhautmitte, der sog. Macula und 110-125 Millionen Stäbchen (Nachtsehen, Bewegungssehen) in der Peripherie des Auges. Alle Informationen (hell, dunkel, Farbe, Bewegung) werden in der Netzhaut registriert zu Mikroimpulsen verarbeitet.

Die Weiterleitung erfolgt über ca. eine Million Nervenfasern. Sie treten an der Rückseite des Augapfels durch eine siebartige Öffnung aus und verbinden als 5 mm dicker Sehnerv das Auge mit dem für das Sehen zuständigen Areal des Gehirns, der sog. Sehrinde. Dort werden die vom Sehnerv transportierten Informationen "entwickelt", d.h. als Seheindrücke ins Bewusstsein gebracht.

Erst jetzt sehen wir!

Wissenswertes

Warum sind blaue Augen blau? Die Augenfarbe wird durch die Pigmentschicht auf der Rückseite der Regenbogenhaut gebildet. Je mehr Pigment, desto dunkler die Augenfarbe. Blaue oder blaugraue Augen sind so pigmentarm, dass die Eigenfarbe der Augenflüssigkeit und des sogenannten Glaskörpers durchschimmert.

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